Für das Suchwort »Yogananda« spuckte meine Podcast-App nur einen einzigen Treffer aus. Aber es sollte für mich wahrlich ein Volltreffer werden. »Conversations with Yogananda« hieß die Reihe, und voller Freude über meinen Fund begann ich zu hören. Wie aber war ich überhaupt an diesen Punkt gekommen?

Die Wege, welche Gott so liebevoll für uns bereitet, wirken mit dem menschlichen Geist betrachtet oft unwahrscheinlich. Menschen mit Phantasie würden vielleicht eher sagen: zauberhaft. 

Zum Beispiel sind praktisch alle Geschichten, wie jemand dazu kam, »Autobiographie eines Yogi« zu lesen, irgendwie bemerkens- und erzählenswert, und alle sind einzigartig. 

Und auf welch teilweise verschlungenen Wegen wir unser spirituelles Zuhause oder gar unseren Meister finden (nein, eigentlich von ihm gefunden werden), ist erstaunlich.

Ich hatte weder einen spirituellen Weg gesucht, noch wünschte ich mir einen Meister. Und doch tauchte Yogananda auf in Gestalt eines Freundes, der mir von Kriya Yoga erzählte und von einer Einweihung, die in der Nähe stattfinden sollte. Wir wussten beide wenig darüber, aber es klang spannend und wir fuhren hin. 

Es gibt sehr verschiedene Wege, auf denen man die Kriya-Technik erlernen kann, und einige legen keinen Wert auf eine tiefgründige Vorbereitung: so bekamen wir während nur eines Wochenendes die Einweihung und sollten loslegen. Uns wurde aber recht schnell klar, dass dieser Weg nicht der unsere war. 

Doch was uns blieb, war die Entdeckung von Yogananda. Auch den zweiten großen Schritt verdanke ich demselben Freund, der nicht locker ließ und herausfand, dass man Yoganandas Lehrbriefe per Post abonnieren konnte. Also taten wir das und wurden, ohne zu wissen, was das genau bedeutete, Mitglieder der Self-Realization-Fellowship (SRF). Für mich folgte kurioserweise erst dann das Lesen der Autobiographie. Und doch war nun meine Neugierde offenbar erst richtig geweckt, weshalb ich eben in meiner Podcast-App nach »Yogananda« suchte.

»Conversations with Yogananda« war, so stellte ich dann fest, eine Art Unterrichtsformat, bei dem eine Frau Teile des Buches vorlas und sehr klug darüber sprach, während ein kleines Publikum offenbar im selben Raum saß und auch ab und zu Fragen stellte. 

Es ist normal für uns geworden, dass man praktisch alles zu jedem beliebigen Thema sofort in Erfahrung bringen kann. Und so war es beinahe ein wenig aufregend, wie wenig ich über diese Sache wusste, und zunächst konnte ich auch nichts weiteres darüber herausfinden. Also hörte ich einfach. Bis irgendwann der Name »Asha« fiel. Das war meine erste Fährte. Bis dahin hatte ich angenommen, dieser »Unterricht« müsse naturgemäß etwas mit SRF zu tun haben. Aber im Zusammenhang mit Asha tauchte dann ein ganz anderer Name auf: Ananda.

SRF und Ananda haben eine lange, teilweise turbulente gemeinsame Geschichte. Klar ist, dass beide Gemeinschaften hingebungsvoll Paramhansa Yogananda folgen und sich seiner Mission verpflichtet fühlen.

Klar ist aber auch, dass sie dies in sehr unterschiedlichen Tonarten tun.

Und das ist sehr schön so, denn so kann jeder Suchende ein spirituelles Zuhause nicht nur in Yogananda, sondern auch in einer dieser Gemeinschaften finden, welches seinen Neigungen und seiner Art, für Gott zu leben, entspricht. 

Wie ich, von Asha an die Hand genommen, gleich gemerkt habe, wir Ananda genau meine Tonart, in Perfektion vorgelebt und verkörpert von Swami Kriyananda. Ich fand mich in seinem Denken, das zutiefst intellektuell und klar war und doch völlig voller Hingabe und Demut. Ich fand mich im Ausdruck seiner Musik, seines Schreibens, der ganzen wunderschönen Kreativität seiner Liebe zu Gott und Meister.

Und ich war gleich zuhause in diesem zunächst merkwürdigen Begriff »göttliche Freundschaft«. Denn ich konnte erleben, wie ich tatsächlich von der ersten Sekunde an aufgenommen wurde als Freund, als Familienmitglied. Seither habe ich viele dutzend, wenn nicht hunderte Menschen in Ananda erlebt, und es ging mir nie anders als genau so: von Herzen und mit Freude begrüßt und angenommen zu sein von meinen göttlichen Freundinnen und Freunden.

So führte mich meine Suche, ohne dass ich wirklich gesucht hätte, zu Ananda. Vielleicht ist meine Geschichte äußerlich nicht besonders spektakulär. Doch für mich ist sie es innerlich sehr wohl. Denn sie hat sich auf ganz wundersame Weise gefügt und mich zielsicher nach Hause geführt. 

Danke, Guruji.

One Comment

  1. mm

    Danke Tobias!
    So stark ist Meister darin zu spüren!
    Sehr berührend!
    Danke fürs Teilen.
    Gioianna

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